| Versetzter Frontalaufprall (Offsetcrash) |
| von Marc Christiansen |
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Die Baureihe W126 war das erste Automobil der Welt, dass eine für den seitlich versetzten Frontalaufprall (Offsetcrash) ausgelegte Karosseriestruktur aufwies. Daimler-Benz begann im Jahre 1968 erstmals systematisch mit der Unfallforschung bei realen Unfällen mit Mercedes Fahrzeugen im Großraum Stuttgart. In den Typ W126 flossen die Ergebnisse aus über 11 Jahren systematischer Analyse von realen Unfällen. Es stellte sich bei dieser Arbeit schnell heraus, dass der seitlich versetzte Forntalaufprall (auch Offsetcrash genannt) der mitunter häufigste und teilweise schwerste Verkehrsunfall ist. Aus diesem Grund wurde die Vorbaustruktur des W126 erstmals bei einem Automobil überhaupt auf diesen extremen Verkehrsunfall ausgelegt. Kein anderes Auto der Welt war so speziell auf diese harte Aufprallart hin entwickelt worden.
Diese beiden Photos zeigen einen Mercedes der Baureihe W114/W115 (/8) beim Offsetcrashtest mit 55Km/h und 50% Überdeckung - dem seit Ende der 1970er Jahre Standardcrashversuch bei Daimler-Benz. Man erkennt deutlich wie der Fahrgastraum auf der Fahrerseite kollabiert und den Überlebensraum schmerzlich vermindert. Hier noch ein zeitgenössischer Vergleich von zwei W123 Coupés - auch hier ist der Überlebensraum beim Offsetcrash (rechts) noch spürbar vermindert worden. Beim Typ W126 wurde deshalb erstmals Gabelträger im Vorderwagen integriert die mittels Verstrebungen als Lastpfade die Aufprallenergie in die Seitenwand, den Unterboden und den Getriebetunnel leiten um so den Überlebensraum der Insassen zu maximieren. Oben sieht man die Patentschrift der Daimler-Benz AG für die Konstruktion der Gabelträger im Vorbau. Hier eine Sicht von unten nach einem Offsetcrash mit einem W124 Typ 300E. Lange Zeit gab es keine Fahrzeuge die offiziell auf diesen härtesten Aufpralltyp hin entwickelt wurden. Nach der Baureihe W126 war es die kleine Baureihe W201 (190E) und dann später die neue Mittelklasse W124. Seit 1979 gehört dieser Aufprallversuch zu dem Standardversuch den jede neue Baureihe bestehen muss - verankert in ihrem Konstruktions-Lastenheft. Erst im Jahr 1990 wurde dieser Crashtest ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt als die Zeitschrift Auto Motor und Sport einen ersten großen Crashvergleich mit Fahrzeugen der oberen Mittelklasse durchführte. Sieger war damals der Mercedes W124 - gefolgt vom Volvo 740 und dem BMW 520 (e34). Der heute für jeden PKW verpflichtende Crashversuch gegen die deformierbare Barriere (Euro-NCAP oder US-NCAP) wurde Anfang der 1990er Jahre ebenfalls bei Mercedes-Benz entwickelt. Hier ein W124 nach dem Aufprallversuch gegen einen der ersten Prototypen dieser neuen Barriere die in Art und Gestaltung einen entgegenkommenden PKW simulieren soll, besser als dies ein starrer Betonklotz je könnte. Auch hier war die Baureihe 126 ihrer Zeit meilenweit voraus!
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"Pop Art" aus Trotzigkeit: wäre es nach Chefdesigner Bruno Sacco gegangen, hätten einige der allzu typischen Lackfarben der 1970er Jahre (bspw. mimosengelb) für den zukunftsweisenden W126 nicht mehr zur Auswahl gestanden. Der Vorstand setzte sich jedoch trotzig gegen Sacco durch - und unterhielt fortan selbst ein Fahrzeug in grellem mimosengelb. |