| Schmutzfreihaltung des Einstiegbereichs |
| von Marc Christiansen |
|
Eigentlich war es überhaupt nicht die Baureihe W126 die mit dieser unscheinbaren aber im täglichen Leben sehr wertvollen Konstruktion erstmals aufwartete - vielmehr war es die seinerzeit als Mittelklasse bezeichnete Mercedes Baureihe W123 (ein Vorvorläufer der heutigen E-Klasse). In den 1970er Jahren lief die Entwicklung in allen Bereichen bei Daimler-Benz auf Hochtouren - man hatte interessante und seinerzeit einmalige Produkte in der Pipeline, so z.B. das Antiblockiersystem A-B-S oder den Fahrerairbag. In dieser Zeit machte man sich aber auch um die kleinen Dinge Gedanken und so hatte 1976 im W123 erstmals der "schmutzfreie Einstiegbereich" seine Premiere. Effekt: das Hosenbein wird nicht durch den verschmutzten Schweller berührt. Natürlich wurde diese aerodynamische Raffinesse noch bis 1979 - der Premiere der Baureihe W126 - weiter verfeinert. (siehe unten Filmausschnitt) Eigentlich müsste man so kleine Dinge (denen es aber nicht an Erfolg mangelt) heute gar nicht mehr erwähnen, denkt man sich. Aber im Jahre 2010 ist es keinesfalls üblich dass man ein solch durchdachtes Auto besitzt - zumeist berührt das Hosenbein zunächst den weit herausgestellten (potenten) Schweller und ist somit direkt verschmutzt. Im W126 hingegen wurde darauf Wert gelegt, dass der Eigner von z.B. Garmisch-Patenkirchen bis Hamburg fahren kann und sich dann am Ziel nicht seine helle Bogner Hose verschmutzt und somit immer vollkommen unbeeinflusst durch sein Fahrzeug dasteht. (auch ein Beitrag zur nachhaltigen Konditionssicherheit)
Als Favorit markieren
Lesezeichen setzen
Als Email versenden
Hits: 886 Trackback(0)
Kommentare (0)
![]() |
"Pop Art" aus Trotzigkeit: wäre es nach Chefdesigner Bruno Sacco gegangen, hätten einige der allzu typischen Lackfarben der 1970er Jahre (bspw. mimosengelb) für den zukunftsweisenden W126 nicht mehr zur Auswahl gestanden. Der Vorstand setzte sich jedoch trotzig gegen Sacco durch - und unterhielt fortan selbst ein Fahrzeug in grellem mimosengelb. |