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Verkehrte Welt
von Johannes Schlörb
Mittwoch, den 03. März 2010 um 05:13 Uhr

Letzte Woche noch war Sommer und fast 30°C! Die Mitternachtssonne brennt vom Norden her am stärksten und außer noch dem Mond, der dort beim Zunehmen dünner wird, war kein anderes mir vertrautes Gestirn am Himmel zu sehen. Die vergleichsweise wenigen Sterne unterhalb dieses fremdartigen Firmaments befanden sich fast ausnahmslos im rostfreien Bestzustand, was möglicherweise daran liegt, daß das Waschwasser dort verhext ist und falsch herum in den Gully strudelt. Auch das Lenkrad ist immer auf der falschen Seite, und alle fahren sie aus deutscher Sicht mit den Rädern nach oben an den Straßen hängend umher – und das auch noch in die verkehrte Richtung.

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Da wundert es Euch, wenn hier lange nichts gepostet wurde? Ich erhole mich noch immer vom Kulturschock und blicke wehmütig zurück auf meine letzte Arbeitswoche, die – so ist das halt in der Werbebranche – weitgehend am Strand stattfinden mußte, sechzehntausendfünfhundert Kilometer von zu Hause entfernt.

Ich armer Kerl wünschte dennoch, ich hätte auch ein paar mehr Stunden freie Zeit in der Stadt gehabt und überhaupt ein wenig umherschlendern können in "Oz", der einstigen Sträflingskolonie, in der es heute beneidenswert sicher, entspannt, weltoffen und auffallend sauber zugeht. Zwar ist der Anteil an Sternenklassikern im Neuen Südlichen Wales vergleichsweise gering, dadurch fallen sie aber im Straßenbild inmitten des meist aus asiatischer Produktion stammenden Einheitsbreis umso deutlicher auf.

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"You like that car?" fragte mich ein Passant, als ich wie ein Irrer versuchte, mit meinem Weitwinkel den auf der anderen Seite der sehr breiten Avenue vorbeigleitenden 109er heran zu zoomen.

"Of course! I have to like it. I am German!"

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Tatsächlich ist der Anblick dieser dort wohl fast immer im Bestzustand erhaltenen "deutschen Industriedenkmäler auf vier Rädern" der Moment, doch ein wenig stolz auf seine eigene Nationalität zu sein. Und ja, vielleicht fühlt man sich als geständiger Autobahnraser auch noch ein wenig überlegen angesichts des dort vorherrschenden allgemeinen Tempolimits von 100 km/h – wohlgemerkt in einem Land bzw. Kontinent, der beinahe so groß wie die Vereinigten Staaten ist, dafür aber nur mit einem Vierzehntel der Bevölkerung aufwartet. Oft sind Nachbarstädte und -gemeinden hunderte oder gar tausende Kilometer voneinander entfernt. Wie erträgt der Aussie das bei 100 km/h Maximalgeschwindigkeit und drakonischen Strafen für deren Überschreitung?

Richtig! Er kauft sich einen C63 AMG und ist damit aus dem Stand schon nach 4,5 Sekunden so schnell wie... äh... alle anderen.

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Darüber mag man sich amüsieren. Ich tue es besser nicht, denn wer weiß, wie lange wir hierzulande noch guten Gewissens in den dritten Gang schalten dürfen. Einen großen Teil meiner Zeit dort habe ich ohnehin noch sehr viel langsameren Fahrzeugen zugesehen. Dieses hier fuhr höchstens Schritttempo und benötigte Kunststoffmatten als Fahrbahn:

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Der Sound war trotzdem schön :-)

Trotz Kopfstand und Tempolimit sind die Aussies wirklich nur zu beneiden. Die Rückkehr ins enge, kleine, dichte, kalte und mißtrauische Deutschland fiel schon nach einer Woche schwer.

OK, das Lohnniveau down under ist nicht eben hoch (ein indirekter Grund für meinen beruflichen Aufenthalt dort), daher wohl auch die eher geringe Dichte an Premiumfahrzeugen. Man lebt meist außerhalb der Stadt – zwischen giftigen Tieren – und pendelt täglich nach Sydney hinein, wo dann selbst achtspurige Einfallstraßen hoffnungslos verstopfen, während darüber ganze Schwärme fliegender Hunde kreisen. Für den Bau einer U-Bahn für Sydney fehlt im Moment das Geld, dafür gibt es alles andere, was diesen Ort lebens- und liebenswert macht, gratis! Inklusive eines Traumstrandes (Bondi Beach) mitten in der Stadt, beinahe ganzjährig sommerlichen Klimas, wilder Flora und Fauna und einer riesigen Orange als Opernhaus.

Down_under_Sydney_23__005

Ich empfehle jedem einen Ausflug nach Down Under - und sei es nur per Google Earth. Sydney und sein Umland sind schon alleine einen dreiwöchigen Urlaub wert. Die Landschaft ist sensationell, die Sonne ist erbarmungslos, das Klima jedoch sehr gnädig und am schönsten soll es im australischen Frühling (September/Oktober) sein. Die Flüge kosten heutzutage ja nicht mehr viel. 900 Euro für hin und zurück sind bei rechtzeitiger Buchung leicht zu unterbieten. Wir sind mit Etihad Airways geflogen (einmal umsteigen in Abu Dhabi), wo schon die Economy den Standard der Business Class anderer Fluggesellschaften erfüllt. Bei Quantas soll es noch einen speziellen Deal für zwei kostenlose Inlandsflüge innerhalb Australiens geben, hat mir ein Hamburger Ehepaar erzählt, die dort derzeit per Miet-Camper die Küsten erkunden.

Natürlich könnte man auch den 126er dorthin verschiffen und damit das Outback erkunden… oder so. Das erwähne ich aber nur, um thematisch nochmal die Kurve zu kriegen, bevor fünfkommasechs.de zum Ratgeber Reisen mutiert.

Trotzdem möchte ich mit meinen Schnappschüssen aus dem bezahlten Beinahe-Urlaub ein wenig angeben und verlinke sie daher [HIER]. Keine Angst, ich habe extra für Nicht-Aussies alle Bilder um 180° gedreht!

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Fest steht: es war sicher nicht das letzte Mal, daß wir in Australien waren.

 
Der Rote Punkt..
von Marc Christiansen
Mittwoch, den 17. Februar 2010 um 19:10 Uhr

Am heutigen Aschermittwoch liegt alles närrische Treiben der Karnevals-Session 2009/2010 schon wieder in der Vergangenheit - aber anders als man beim Thema "Der Rote Punkt" glauben könnte dass es sich um die Narrenkappe bzw. Clowns-Nase drehen würde, sprechen wir hier bei Fünfkommasechs von etwas Seriöserem.

Der Rote Punkt ist nämlich ausgestorben - es gibt ihn nicht mehr - und deshalb hat er etwas Aufmerksamkeit verdient!

Wer jetzt immer noch nicht weiss worum es sich hierbei - im Kontext des W126 - handeln könnte, dem sei hier die Auflösung gegönnt:

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Es handelt sich um den kleinen Roten Punkt an jedem Schlüssel des Fahrzeugs - sofern dieses ab Werk mit einer Einbruch-Diebstahl-Warnanlage (kurz EDW) ausgestattet worden ist.

Zum Einen soll durch diesen Punkt die "Ertastbarkeit" in der Hosentasche des Eigners erleichtert werden und zum Anderen die "Gefahr" die von diesem Schlüssel ausgeht prägnant und mahnend symbolisiert werden. Schließlich kann mittels dieses Schlüssels - der sich wirklich nur durch seinen roten Punkt von anderen Schlüsseln jener Zeit unterscheidet - die Alarmanlage des W126 ausser Betrieb gesetzt werden.

Zur Übergabe des Fahrzeugs gab es folgende Ausstattung:

  • 2 Hauptschlüssel mit eckigem Griff
  • 1 Nebenschlüssel mit abgerundetem Griff (auch als Werkstattschlüssel bezeichnet! siehe Innovationen)
  • 1 Flachschlüssel der dem Hauptschlüssel gleicht, jedoch keinen Griff besitzt

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Der Verfasser dieser Zeilen findet den Roten Punkt jedenfalls so schön, dass er der Meinung ist ihm hier eine kleine Ehre zu erweisen.

Wenn man heute mit seiner Mercedes Datenkarte zum Händler seines Vertrauens geht und einen neuen Schlüssel bestellen möchte, dann ist dies natürlich weiterhin problemlos möglich (wenn nicht jemand zuvor schon einmal die Schließanlage ausgetauscht und dies nicht dokumentiert hat), jedoch kommt dann dieser neue Schlüssel ohne den kleinen, aber feinen Roten Punkt.

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Was soll man nun machen? Es einfach hinnehmen dass Daimler (bzw. deren Zulieferer die Firma Huf) nicht mehr in der Lage sind den passenden Schlüssel zu liefern?

Nun mit etwas Geschick lässt sich der Rote Punkt aus dem alten Schlüssel heraus operieren und im neuen Schlüssel weiter nutzen. Der Rote Punkt besteht aus zwei identischen Hälften die sich in einem Loch (das auch der neue Schlüssel versteckt in sich trägt) gegenseitig sichern.

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Ein neuer Schlüssel sieht nicht nur wieder aus wie am ersten Tag des W126, nein er hat auch noch andere Vorzüge - zum einen verschleißt er die Schließanlage weniger und passt auch wieder optimal und ohne Spiel in alle Schließzylinder.

Also - rettet ihn, den Roten Punkt!

 
Augen auf beim Traumwagenkauf!
von Johannes Schlörb
Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 07:52 Uhr

Wer sich ein wenig auf dieser Website umschaut, die vielen faszinierenden technischen Facetten des W126 kennengelernt hat und von dessen Komfort und Prestige ohnehin nur schwärmen kann, dem wird wenig negatives über die S-Klasse der Achtziger Jahre einfallen. Doch eine äußerst unangenehme und zunehmend problematische Eigenschaft ALLER Fahrzeuge dieser Baureihe muß hier klar ausgesprochen werden: sie sind seit ca. 19 Jahren nicht mehr ab Werk lieferbar (und wir haben das gerade eben auch nochmal gecheckt, um sicher zu gehen).

Blicken wir einmal zurück:

MB_Showroom_Paris_1980

Was müssen das für Zeiten gewesen sein, in denen man über die Boulevards dieser Welt – wie hier in Paris Anfang der 1980er Jahre  – flanieren konnte, wo es bei YSL die Haute Couture für die vornehme Dame und direkt nebenan bei MB die Avantgarde für den erfolgreichen Herren zu kaufen gab? Und es fiel sicher nicht schwer zu erkennen, was von beidem die exquisiter Wahl wäre.

MB_Showroom_Paris_1980_2

Die Realität heute sieht leider oft anders aus:

gebrauchtwagen_ebay

Aus YSL ist längst KiK geworden. Und natürlich sieht man dem angebotenen Wagen äußerlich selten so deutlich wie in diesem atuellen Screenshot aus eBay an, daß er weit mehr Tage und Kilometer hinter sich als noch vor sich hat. Im Beispiel oben wird ein Fahrzeug vom Anbieter ehrlicherweise direkt nur noch als Teileträger angeboten. Aber was ist mit den vielen auf Showroom-Niveau herausgeputzen Gebrauchten, die in Wahrheit auch nur maßlos überteuerte Teileträger sind? Woran erkennt man als Laie, daß man besser die Finger von einem allzu vielversprechenden Angebot lassen sollte?

Wir möchten die Neueinsteiger bei ihrer Suche im unübersichtlichen Gebrauchtwagenmarkt des W126 unterstützen und bieten dafür ab sofort eine Kaufberatung zum Download an. Unser herzlicher Dank gilt dem Verfasser Marc Westhofen, der uns dieses Dokument freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Gute Jagd und fette Beute!

 
Je größer die Belastung, um so spürbarer die Entlastung.
von Marc Christiansen
Dienstag, den 09. Februar 2010 um 14:52 Uhr

Die Überschrift könnte aktueller nicht sein - das Fundstück der Woche entstammt einer Ausgabe der Zeitschrift Auto Motor und Sport vom Februar 1982.

werbung_1

 

Es handelt sich hierbei um eine Werbung zum W126… (weiterlesen)
 
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Veranstaltungen & Termine

März
  • Retro Classics, Stuttgart
    12. März 2010(09:00) - 14. März 2010 (18:00)
    Pole Position für die Retro Classics – auf 100.000 qm zeigen im März 2010 mehr als 1.000 ambitionierte Aussteller aus 10 Ländern ihre Ideen von automobiler Passion. Der selbst schon legendäre Pflichttermin für echte Enthusiasten.
  • Mercedes-Benz Stammtisch Hofheim am Taunus / Hessen, Thema: "Ein Leben für Au...
    25. März 2010 (19:00 - 23:00)

    Regelmäßiger Stammtisch am jeweils letzten Donnerstag eines Monats im Restaurant "Zur Viehweide" zwischen Hofheim und Kelkheim am Taunus.

    Thema "Ein Leben für Autos". Der Karosserie/Baumeister Baldur Pauli erzählt von seiner beruflichen Laufbahn...

  • Zylinderstammtisch im badischen Kuppenheim
    25. März 2010 (19:00 - 22:00)
    „Der Badische Stammtisch für alles was Stern und Zylinder hat”, regelmäßig jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat ab ca. 19 Uhr. Das Treffen findet bei Andis Roadhouse in Kuppenheim statt.
April
  • Techno Classica, Essen (Fachbesucher- & Pressetag)
    07. April 2010 (14:00 - 20:00)
    Die Techno-Classica Essen ist die Weltleitmesse der Klassik-Branche mit über 1.000 Ausstellern aus 28 Nationen. Mehr als 168.900 Besucher konnten 2009 eine pulsierende Jubiläumsmesse mit extrem hoher Internationalitäts- und Verkaufsquote erleben.
    ...
  • Zylinderstammtisch im badischen Kuppenheim
    08. April 2010 (19:00 - 22:00)
    „Der Badische Stammtisch für alles was Stern und Zylinder hat”, regelmäßig jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat ab ca. 19 Uhr. Das Treffen findet bei Andis Roadhouse in Kuppenheim statt.
  • Schrauberkränzchen FFM
    10. April 2010 (10:00 - 22:00)
    Frühjahrs-Schrauberkränzchen bei Jochen Kleiner in Frankfurt am Main. Hinweis des Gastgebers:

    Es läuft wie immer: KEIN KLO!!!
    Ab 10:00 Uhr Frühstück im Garten, dann Dummzeug schwätzen und Autos verschandeln und auf JEDEN FALL den Grill anmachen!!!...
Mai
  • 22. Lufthansa Klassikertage, Hattersheim/Main
    29. Mai 2010 (09:00 - 18:00)
    Mit mehr als 1.650 Teilnehmerfahrzeugen und über 40.000 Besuchern zählen die LUFTHANSA Klassikertage zu einer der größten Oldtimer-Veranstaltungen in Deutschland. Es handelt sich sicherlich um die größte Veranstaltung, die weder Eintritt noch...
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Schon gewußt?

1985er-Optik beinahe schon 1979: aus Sicht der Designabteilung sollte der W126 von Anfang an mit glatten Kunststoff-Planken ringsum und Leichtmetallfelgen in moderner Optik (später als "Kanaldeckel" tituliert) ausgestattet werden. Der Vorstand fürchtete jedoch einen allzu großen Kontinuitätsbruch, daher trug der 126er für die ersten 5 Jahre zunächst noch die "Barockfelgen" des Vorgängers W116 und geriffelte Türverkleidungen nach Vorbild der gekerbten Karosserieflanken des R107

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