| von Johannes Schlörb | |||
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Daß eine S-Klasse kein Solarmobil für Sparfüchse ist, wird allgemein bekannt sein. Daß sich aber auch ein Jahrzehnte altes Exemplar dieser Klasse im Unterhalt kaum von den aktuellen W221-Modellen unterscheidet, dürfte manchen überraschen. Wenn wir S-Klasse-Besitzer regelmäßig mit dem Taxi fuhren, würden wir regelrecht Geld sparen. Das hat zwei Gründe:
Aber sind das die Ausgaben, mit denen man rechnen muß? Nun, diese Unkosten waren eher „Investitionen”, also einmalige Reparaturen, nachdem der Wagen zum Zeitpunkt des Kaufs eben nur eine geschätzte Zustandsnote 3 hatte und ich alle wichtigen und auch einige unwichtige Defekte instandsetzen ließ. Jetzt würde ich ihm eine "schlechte Zwei" geben. Damit ließe er sich für die nächsten Jahre problemlos als Alltagsauto betreiben und lediglich Pflege- und Wartungsdienste wären zu erfüllen. Das dürfte inkl. Ersatz kleinerer Verschleißteile und Verbrauchsmaterialien jedoch nicht mehr als durchschnittlich 200-300 € pro Jahr kosten (bei einer moderaten Kilometerleistung von jährlich etwa 10.000km). Auch wenn man sich an den Luxus längst gewöhnt hat, bleibt „Menge: 8” beim Rechnungsposten „Z-Kerzen” ein Highlight. Um bei diesem Thema einem Mythos Rechnung zu tragen: ja, ein Mercedes ist eben ein Mercedes. Die Verarbeitung ist vorbildlich und die Dinger sind tatsächlich "für die Ewigkeit" gebaut, wie es der Volksmund weiß. Im Klartext bedeutet das: ein gepflegter W126er, respektive Motor und Getriebe können eine Lebenserwartung von 500.000km und mehr erfüllen. Da man aber auch bei einem lückenlosen Scheckheft nicht wissen kann, was der/die Vorbesitzer mit dem Wagen schon veranstaltet hat/haben, läßt sich diese Aussage eben nicht auf jeden noch so gut dastehenden Gebrauchten anwenden. Es ist also keine schlechte Idee, nach dem Kauf nochmal ein paar tausend Euro in Reserve zu behalten, um kurzfristig auf "böse Uberraschungen" reagieren zu können. Andererseits ist winterliches Streusalz der Schädling Nummer Eins, wenn es um Lack und Unterbodenschutz geht. Das Zeug frißt sich, auch bei bester Pflege mit regelmäßiger Unterbodenwäsche und intakter Versiegelung, doch lang genug fest und bereitet damit den Nährboden für Rost. Mit den Schuhen trägt man die Brühe auch noch in den Innenraum. Muß nicht sein, oder? Dann bringt der Winter mit Schnee und Matsch logischerweise auch ein erhöhtes Unfallrisiko mit sich. Auch wenn man sich selbst durchaus imstande sieht, den schweren Wagen mit seinem Heckantrieb vorsichtig und sicher über schneeglatte Fahrbahnen manövrieren zu können: was ist mit den anderen Idioten auf Deutschlands Straßen? Materielle Werte kann man zwar ersetzen, aber den ideelle Schaden im Falle eines unverschuldeten Unfalls macht keine gegnerische Versicherung wieder gut. Wer über eine Garage verfügt und den Wagen ohnehin nur bei gutem Wetter rausholt, kann natürlich auch auf eine Saisonzulassung und „die paar Euro Steuer- und Versicherungs-Ersparnis” verzichten und es der eigenen Vernunft überlassen, ob und wann er auch in den Wintermonaten fahren möchte. Aber: fünf Monate verschriebene Enthaltsamkeit halten die Freude über den Wagen eben auch stetig frisch! Wenn man am 31. Oktober schon weiß, man "darf erst wieder zum 1. April S-Klasse fahren", hat man etwas, auf das man sich den gazen grauen Winter über freuen kann! In der Zwischenzeit baut man eben eine Website über das Liebhaberstück, so wie ich :-) Die Pflege ist – zumal bei einem reinen Sommerfahrzeug – meistens eher Kür als Pflicht. Ich persönlich versuchte, den Wagen bislang immer „fototauglich” zu halten. Das ist nicht weiter verwunderlich für den Leser angesichts der vielen Abbildungen des Wagens hier auf der Website, die tatsächlich (so nicht anders gekennzeichnet) allesamt selbst fotografiert sind. So hat man nach Feierabend jederzeit die Möglichkeit, ein besonders gutes Licht nocheinmal für einige Schnappschüsse auszunutzen. Die restliche Pflege konzentriert sich auf das Fetten von Scharnieren und Dichtungen, sowie dem Schmieren der Schiebedachführung. Sowas wird je nach Bedarf bei einer der halbjährlichen Grundreinigungen gleich mit erledigt. Von den Dingen, die bei jedem Auto (ob alt oder neu) selbstverständlich sein sollten, ganz abgesehen: also Reifen aufpumpen, Kühl- und Spritzwasser nachfüllen, Ölstand kontrollieren etc. Bei all diesen Dingen steht für mich im Vordergrund: der Wagen darf ab jetzt nicht mehr altern, sondern sollte – soweit es machbar ist – jedes Jahr um 13 Monate jünger werden. In einer perfekten Welt werde ich also 234 Jahre alt und den Wagen dann endlich als Neuwagen wiederverkaufen können!
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 07. September 2008 um 19:46 Uhr |