Dreikommanull

Er kommt aus Köln, er hat sich seit seiner Kindheit den Autos mit dem Stern verschrieben und er ist heute 30 Jahre alt. Einer der beiden Autoren dieser Website ist Marc Christiansen - hier auch des Öfteren als DREIKOMMANULL bezeichnet.

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Doch nun der Reihe nach - wie kam es zu all dem?

Geboren im März 1979 wurden die ersten Fahrten im elterlichen Volkswagen Derby bestritten - passend zum damaligen Zeitgeist in schickem Erbsensuppengrün. Ein Volkswagen? Richtig! Es war die Zeit in der die Daimler-Benz AG ihre Kunden jahrelang auf den neuen Mercedes warten ließ - aber dazu gleich mehr. Mein Vater war einer der ersten Kunden die im Jahre 1975 den neuen Dreiliter-Diesel (weltweit der erste 5 Zylinder Diesel) in Form eines 240D 3.0 in Empfang nehmen durften. Farbe englischrot und innen Stoff pergament - recht gewagt (wer bestellt heute schon einen E420 CDI in einer solchen Farbkombination?) Leider verunglückte er aber Anfang des Jahres 1977 mit diesem Wagen. Noch bevor der Dreiliter zwei Jahre alt wurde, war er ein Totalschaden - passiert ist den Insassen nichts sonderlich schlimmes - zum Glück!

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Da mittlerweile der neue Typ W123 schon eine Weile beim Händler stand bestellte mein Vater umgehend im Frühjahr 1977 einen 300D. Der voraussichtliche Liefertermin wurde mit Ende 1979 bestätigt (und das bei einem guten Kunden!), viel Zeit verging also. Als es dann Ende 1979 um die verbindliche Bestellung ging waren zwischenzeitlich die Preise weiter gestiegen und das Budget reichte derweil für die junge Familie nur noch für einen Vierzylinder. Da neue Motoren angekündigt wurden hat mein Vater nun freiwillig etwas länger gewartet. Im August 1980 war es dann endlich soweit - ein dunkelblauer Mercedes 200 mit dem ganz neuen M102 und dunkelblauer Stoff/MB-Tex Ausstattung stand in Düsseldorf zur Abholung bei der Niederlassung - natürlich mit Typenschild Wegfall was damals sehr gerne geordert wurde. Unten ein Photo kurz nach der Abholung des Wagens:

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Einer der ersten Mercedes die ich mein Eigen nennen durfte war der folgende..

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..ein blaumetallicfarbener Mercedes 500SE, ein ehemaliger Geschäftswagen der vormals auf die Firma SIKU zugelassen war. Damit fuhr dann bei meinen Spielen immer der "Chef" durch die Gegend - er durfte auch an jedem Stau sofort passieren, schliesslich war er wichtig.

Das ich knapp 20 Jahre später einmal einen solchen Wagen  in der Garage stehen haben würde - ich hätte es sicher nicht geglaubt und auch heute nach 10 Jahren des Besitzes ist es immer wieder eine neue Freude!

Nach etlichen weiteren Mercedes Limousinen die sich mein Vater entweder neu oder als Jahreswagen kaufte war der erste nagelneue echte Mercedes den ich selbst von Anbeginn fahren durfte und konnte der SLK 230 Kompressor den sich meine Mutter im Dezember 1997 gekauft hatte.

Zuvor aber ging es darum im Frühsommer 1997 einen geeigneten Wagen zu finden um den Erhalt des Führerscheins auch stilgerecht nachzukommen. Ein normales Auto kam nicht in Frage - es sollte ein Mercedes sein, keine Frage. Alle fuhren Golf oder sonstige "normale" Autos - das war mir zu langweilig.

Es wurde ein W123 - einer der Ersten aus der Serie 3 - ein 200 vom September 1982 mit dem 109 PS starken M102 und Strombergvergaser. Der Wagen war aussen Saharagelb (673) und innen Stoff dattel. Eine sehr gewagte aber durchaus interessante Farbkombination. Ich übernahm den Wagen mit ca. 97.000 Km aus 2.Hand von der Witwe eines Volksbank-Direktors aus Niederkassel.

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Dem Leser fällt jetzt auf, dass ich also genau das Modell als erstes Auto hatte, welches mein Vater 1980 nagelneu in Empfang genommen hat. Ich habe mit dem Auto in 2 Jahren Alltagsverkehr sehr viel schönes erlebt - er hat mich nie im Stich gelassen und dank der Farbe wusste bald der halbe Kölner Süden wer da unterwegs ist.

Wie das aber so in der Entwicklung des Menschen ist, waren mir sehr bald die 2 Liter und 109PS viel zu wenig - man war eben auch noch sehr jung. Was aber sicher auch daran gelegen haben dürfte, dass ich im Jahre 1999 mehrere Monate lang einen 560SEL mit Code 822 (ECE 220 KW) fahren durfte. Eine S-Klasse! Leider schon relativ verbraucht, aber ein gänzlich anderes Feeling als ich es aus meinem W123 kannte.

Deshalb hier auch die Warnung an jeden W123-Fahrer: wenn Ihr euer Auto mögt, dann fahrt niemals einen W126.. denn er ist der bessere W123 und Ihr wollt umgehend einen solchen Wagen besitzen!

Im November 1999 dann war es soweit - ich stand vor einem 300SE der in einem leicht gebrauchten aber soliden Zustand vor mir stand. Spätestens hier schaltete sich mein rationales Denken vollständig ab! Eigentlich wollte ich ja ein W124 T-Modell kaufen - deren Preise schreckten mich damals aber ein wenig ab - umso verwunderlicher war es dass eine S-Klasse günstiger im Einstand war als ein Mittelklasse Kombi - das Schicksal meinte es also gut mit mir.

Im nach hinein war es ein relativ blauäugiger Kauf - aber ich war mit Sicherheit nicht der erste Mensch bei dem der Verstand aussetzte als er das erste Mal vor einer (seiner) S-Klasse stand. Aber auch hier meinte es das Schicksal ein zweites Mal gut mit mir - der Wagen den ich aus 1.Hand erwarb war von sehr guter Substanz. Seit seiner Auslieferung im April 1988 war er ständig im Kölner Regierungsbezirk zugelassen.

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Die erste große Fahrt ging sogleich im Frühjahr 2000 an den Lago Maggiore..

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Die Ausstattungsliste meines Wagens ist hier unter dem Menüpunkt "300SE" ausführlich dargestellt.

Im Laufe der Jahre habe ich mein Auto mehr oder weniger selbst komplett neu aufgebaut - im Grunde ist nur noch die Aussen- und Innenfarbe original gehalten. Ansonsten habe ich aus einem mässig ausgestatteten Wagen einen nahezu "Vollausstatter" gemacht.

Vor wenigen Wochen jährte es sich zum zehnten Mal - ich bin also seit 10 Jahren stolzer Besitzer eines nun sehr gut ausgestatteten Mercedes 300SE. Der Wagen erfreut sich wohl an meiner Pflege und hat es mir erfreulicherweise nicht sonderlich schwer gemacht.

Mittlerweile ist er für mich mehr Spielzeug als ein Fahrzeug. Man steigt ein und erfreut sich jedes Mal (!) aufs Neue an dem Gefühl in der S-Klasse zu sitzen. Normalerweise hat man nach einigen Jahren keine Lust mehr auf die Gewohnheit und sucht nach Abwechslung, nach einer neuen Erfahrung. Nicht so der Eigner eines W126 - man ist durch und durch mit seinem "imortal horse" verbunden.

Ich weiss dass es vielen Leuten genauso geht wie mir - zum Glück, denn diese Menschen sind in der Regel überaus glücklich.

Ich hoffe das mein Rennpferd genanntes Auto noch viele viele Jahre bei mir bleiben wird!

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sideview

front_052009

motorraum_052009

Einundzwanzig Jahre nach der Produktion in der Blüte seines Lebens..

 

 

 

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Fuenfkommasechs
Oktober 08, 2008
92.193.239.83
Stimmen: +0
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Sehr schöne "Automobilistische Kurzbiographie", Herr Kollege! Daß "der Chef immer Vorfahrt" hat, auch damals schon bei SIKU... GENIAL! :-)

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Fuenfkommasechs
Oktober 08, 2008
92.193.239.83
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Sehr schöne "Automobilistische Kurzbiographie", Herr Kollege! Daß "der Chef immer Vorfahrt" hat, auch damals schon bei SIKU... GENIAL! :-)

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