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Online-Petition gegen Umweltzonen
von Johannes Schlörb   
Montag, den 08. Februar 2010 um 12:55 Uhr

Wer S-Klasse fährt, der steht normalerweise nicht im Verdacht, sich an Demonstrationen zu beteiligen (außgenommen natürlich einige Polit-Funktionäre während ihrer Sturm- und Drang-Zeit, die nun bei ihrem erfolgreichen Marsch durch die Institutionen und die Fahrt nach Spanien längst auch die Stuttgarter First Class zur Fortbewegung entdeckt haben).

Doch auch ich, der ich als Kind schon von Helmut Kohl und bis heute von seinem Auto schwärme, hatte vor knapp drei Jahren spontan meine revolutionäre Bekehrung und bin für eine bessere Welt auf die Straße gegangen… bzw. dort vollklimatisiert vorgefahren.

Die Initiative Kulturgut Mobilität hatte 2007 die Old- und Youngtimerszene bundesweit zu Aktionstagen aufgerufen. Dabei war ich mit meinem hochmodernen 126er vom zu bekämpfenden Ungemach selbst gar nicht betroffen. Andere Fahrzeugliebhaber aber schon, insbesondere solche mit Dieselfahrzeugen älterer Baujahre, für die es solidarisch eine Ausnahmeregelung von der behördlichen Willkür zu erkämpfen galt. Mit Erfolg!

feinstaubdemo
W109 auf der Demo gegen die Feinstaubverordnung für Oldtimer, Darmstadt 2007

Die Rede ist natürlich von der "Feinstaubplakette", oder amtlich ausgedrückt der "Verordnung zum Erlass und zur Änderung von Vorschriften über die Kennzeichnung emissionsarmer Kraftfahrzeuge". Sollten Sie, liebe Leser aus dem Ausland erst jetzt zugeschaltet haben: Willkommen in Deutschland!

Um gleich mit den üblichen Mißverständnissen aufzuräumen: Umweltschutz und die Luftreinhaltung in Ballungsräumen sind nicht nur sinnvoll, sondern bitter notwendig. Gerade wer in westdeutschen Großstädten noch die Zeiten vor der flächendeckenden Einführung des Katalysators (oder im Osten die allgemeine Schadstoffbelastung vor der Wende) miterlebt hat, weiß jede seitdem durchgeführte Maßnahme zur Luftschadstoffreduktion zu schätzen. Doch die Feinstaubverordnung hat damit ebensowenig zu tun wie mit dem sogenannten Klimaschutz.

Eine "grüne Plakette" bedeutet keineswegs, daß ein Fahrzeug besonders oder überhaupt umweltfreundlich ist. Sie bedeutet nicht einmal, daß es umweltfreundlicher als ein anderes Fahrzeug mit roter Plakette ist. Über die "Klimafreundlichkeit" sagt die Plakette schon rein gar nichts aus, denn es geht bei der Erteilung nicht um die Konzentration von Schadgasen, sondern allein um den (theoretischen) Anteil an Staubpartikeln unterhalb einer bestimmten Größe in Abgasen, die – umgangssprachlich formuliert – nach dem Einatmen nicht wieder durch die natürlichen Mechanismen der menschlichen Lunge abgehustet werden könnten. Dieser sogenannte Feinstaub entsteht vornehmlich in Dieselmotoren sowie allgemein bei Bremsvorgängen und steht im Verdacht, gesundheitsgefährdend bis hin zur Förderung von Lungenkrebs zu sein (wobei dies kaum wissenschaftlich zu belegen ist).

Die Kritik an der Plakette bzw. den Umweltzonen zielt auf derartige Ungereimtheiten aber gar nicht in erster Linie ab, sondern mahnt vielmehr die allgemeine Sinnhaftigkeit dieser bürokratischen Großveranstaltung an, die sich jetzt – gut zwei Jahre nach Inkrafttreten der ersten Umweltzonen – nahezu lückenlos widerlegen läßt. Trotzdem soll der Wahnsinn noch ausgeweitet werden!

Der Journalist und Bestsellerautor Dirk Maxeiner schreibt dazu heute:

Sicherlich leiden viele Menschen in den Städten unter dem Verkehr und dem Lärm. Aber die aktionistischen Umweltzonen ändern daran gar nichts. Sie sind offenbar ein gutes Beispiel für teure Symbolpolitik. In Berlin, wo im Frühjahr eine Umweltzone eingeführt wurde, lag der Feinstaubwert zeitweise fünf Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, zeitweise aber auch 4,7 Prozent niedriger. In Umweltzonen-freien Potsdam schwankten die Werte zwischen einem Plus von 2,1 Prozent und einem Minus von 1,9 Prozent. Auch bei der Entwicklung der Stickoxidwerte waren keine signifikanten Unterschiede zwischen den Städten zu messen. Die gleichen Ergebnisse ergaben sich für das zweite untersuchte Städtepaar Mannheim (mit Umweltzone) und Ludwigshafen. Die anderen Feinstaub-Schwankungen und Quellen (darunter auch viele natürliche) überlagern offenbar locker die Auto-Emissionen. Ein gutes Beispiel dafür, wie ein mögliches Problem mit großem politischen Tamtam dort bekämpft wird, wo es am wenigsten nutzt, wo aber der geringste Widerstand zu erwarten ist. Es müssen ja nur ein paar Geringverdiener und kleine Handwerksbetriebe ihre alten Autos und Diesel-Lieferwagen verschrotten. Vielleicht ist es ja gar kein Umweltgesetz, sondern ein Konjunkturprogramm (zwangsweise Nachfolgeregelung für die Verschrottungsprämie). Wer das nicht gut findet, kann sich hier bei einer Bundestags-Petition zur Abschaffung der Umweltzonen einschreiben.

Die Petition kann HIER gezeichnet werden

 
Alles Super? Oder doch besser zu SuperPlus greifen..?
von Marc Christiansen   
Freitag, den 05. Februar 2010 um 16:25 Uhr

Still und heimlich hat sich zum 01.01.2010 etwas an den Tankstellen im Bundesgebiet geändert was wirklich von Relevanz ist! Es wurde nun endlich eine europaweite Maßnahme umgesetzt die die Beimischung von so genannten Biokraftstoffen zu den bekannten fossilen Energieträgern regelt.

Wir erinnern uns an die große Diskussion in der breiten Öffentlichkeit gegen Ende des Jahres 2008. Seinerzeit gab es laut Ansicht Vieler einfach eine zu große Anzahl an Autos die nicht auf diesen neuen Kraftstofftyp ausgelegt waren - u.a. durch die Abwrackprämie im letzten Jahr hat sich deren Zahl nun deutlich dezimiert - ein Schelm wer dabei Böses denkt!

Normalbenzin mit 91 Oktan ist mittlerweile vollkommen von der Bildfläche verschwunden - zumindest in Deutschland und Westeuropa. Dies hat einen einfachen Grund: die Nachfrage in Europa fiel immer weiter zurück (da immer weniger Autos nur mit 91 Oktan betrieben werden können) und sein ursprünglicher Preisvorteil war durch die gestiegene Nachfrage u.a. in den Vereinigten Staaten vollkommen aufgezehrt worden. Der daraus resultierende identische Preis zu EuroSuper 95 war dann das endgültige Todesurteil hierzulande für Normalbenzin. Dies alles hat den Connaisseur eines alten Sternenschiffs ohnehin nicht weiter zu interessieren - alle Mercedes Benzin-Fahrzeuge konsumieren schon seit Urzeiten ausschließlich Super-Kraftstoffe.

Tankstelle_560SEL

Von nun an gibt es nicht mehr die Bezeichnung EuroSuper 95 sondern nur noch Super E10. Natürlich verfügt dieser neue Kraftstofftyp auch über 95 Oktan und erfüllt die gleichen hohen Eigenschaften wie sein Vorgänger, aber man sollte sich schon ein paar Gedanken darüber machen, was man denn da in sein Lieblingsspielzeug schüttet - meint jedenfalls das Autorenteam von fünfkommasechs.de.

Aber zurück zum Thema: Super E10 enthält nun also 10% Biokraftstoff (Ethanol) zum regulären Super-Kraftstoff. Nachteil dieser Biokraftstoffe, sie sind hochkorrosiv  und nicht gerade das Optimum, aber man muss sich eben auch etwas einfallen lassen um unabhängiger gegenüber den Rohölexportierenden Staaten zu sein - wenigstens etwas. Moderne Fahrzeuge können diesen Kraftstoff bedenkenlos tanken! Daimler hat im letzten Jahr eine offizielle Liste ausgearbeitet, in der alle Fahrzeuge aufgeführt sind die nicht mit dem neuen Super-Kraftstoff betankt werden dürfen:

Dieser Liste zur Folge dürften nun also alle Modelle der 2.Serie bedenkenlos mit diesem neuen Kraftstoff betrieben werden, es sei denn sie verfügen über keinen KAT und sind so genannte RÜF-Fahrzeuge (Rückrüstfahrzeug ohne katalytische Abgasreinigung). Der Autor meint aber dass man dieser Aussage lieber etwas kritischer gegenüber stehen sollte - bei den Modellen mit M103 und den neueren M116/M117 Triebwerken sind keinerlei grundlegende technische Änderungen durchgeführt worden, nur weil diese Fahrzeuge über einen KAT verfügen.

Handelt es sich bei dem Lieblingsspielzeug W126 um ein Saisonfahrzeug oder einen so genannten Sonntagswagen, so sollte man doch besser den sicheren Weg wählen und statt Super E10 zu SuperPlus Kraftstoff greifen. Denn die neue Beimischungsquote von Ethanol zum Kraftstoff betrifft nicht die Sorte SuperPlus (neuerdings auch SuperPlus E5 genannt). Bei SuperPlus wird weiterhin nur eine unbedenkliche Menge von 5% Ethanol dem Grundkraftstoff zugefügt. Deshalb ist dieser Kraftstoff auch bei allen alten Mercedes-Modellen erste Wahl und sollte dies auch generell beim W126 sein. Viele Bauteile bestehen aus Aluminium, Messing oder anderen empfindlichen Materialien die nicht ausreichend geschützt oder immun gegenüber dem Betrieb mit Super E10-Kraftstoffen sind. Nun muss es nicht gleich der teure 100 Oktan "Wunderkraftstoff" an den blauen oder gelben Tankstellen sein. Es gibt auch noch genügend andere Anbieter die SuperPlus zu humaneren Preisen feilbieten - zudem ist dieser 98 Oktan Kraftstoff mehr als ausreichend für unsere Motoren und dieser kleine Aufpreis sollte uns der sorgenfreie Betrieb unserer W126 doch wert sein, oder?

Tankstelle_Postermotiv_560SEL
"Paradies der Supertanker"
| Zur Posterversion: [KLICK]

 
Von der Einfahrbahn auf die Autobahn: fünfkommasechs.de im zweiten Monat auf der Überholspur
von Johannes Schlörb   
Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 21:12 Uhr

Gerade eingefahren und schon vollgasfest? Nur ein Monat ist vergangen, seit wir aus einer Silvesterlaune heraus das schon eine Ewigkeit vor sich hin dümpelnde "fünfkommasechs.de 2.0" freigeschaltet haben. Obwohl die Website noch großenteils unfertig war und im Bereich "Gemeinschaft" noch immer rein experimenteller Natur ist, erhielten wir von Beginn an ein derart positives Feedback von Euch, daß als Steigerung eigentlich nur noch die Weltherrschaft bleibt. ;-) So ziemlich alles, was seit dem 1. Januar 2010 passiert ist, hat uns schlichtweg umgehauen.

Wir haben in den letzten vier Wochen mit durchschnittlich mehr als doppelt so vielen Besuchern täglich mühelos die 50.000er Marke an "unique visitors" durchbrochen, erhalten immer zahlreichere Hits auch aus dem Ausland (siehe Besucherzähler links), haben eine inzwischen feste Leserschaft in Stuttgart Cool, die deutsche Wikipedia beruft sich in vielen Punkten zum W126 auf fuenfkommasechs.de als Quelle, die englischsprachige Wikipedia empfiehlt uns zum selbigen Thema gar direkt als Lektüre im Netz, das Classic-Magazin von Mercedes-Benz erwähnte uns bereits, AutoBILD verlinkt schon seit einiger Zeit auf uns und einige der großen Autoblogs haben kürzlich entweder erstmalig Notiz von uns genommen oder freuen sich, daß wir endlich "wieder da" sind.

Ganz besonders euphorisiert hat uns aber dieser Newsbeitrag im von uns sehr geschätzten und empfehlenswerten Webmagazin AutomobilesDeLuxe.tv:

W126 Benzers rejoice! Fuenfkommasechs has returned!
There is a lack of quality sites that cover Germany’s best efforts of the 1980s. Fuenfkommasechs was, and once again, is an island in this desert. Following an extensive and beautiful overhaul, the premiere source for W126 info is back. A veritable treasure trove of insightful commentary, history, archival imagery, technical material, and new photography, Fuenfkommasechs articulates the grandeur that is the W126 generation Mercedes-Benz S-Class, in large, and the magnificent 560SEL, in particular.

W126-Fans, freut Euch! Fuenfkommasechs ist wieder da!
Es gibt kaum wirklich brauchbare Websites über Deutschlands herausragendste Leistung der Achtziger Jahre. Fünfkommasechs war und ist eine Oase in dieser Wüste. Nach gründlicher und stilvoller Überarbeitung ist die führende Informationsquelle zum W126 nun zurück.
Als eine wahre Fundgrube an aufschlußreichen Artikeln, Informationen zur Geschichte, Archiv-Bildern, technischen Unterlagen und aktueller Fotografie repräsentiert Fünfkommasechs jene Grandeur, die die Generation W126 der Mercedes-Benz S-Klasse im allgemeinen – und den grandiosen 560SEL im besonderen – ausmacht.

Da bleibt uns nur, leicht errötet, zutiefst geschmeichelt, aber voller Demut festzustellen: Poesie ist insbesondere dann eine Wonne, wenn man selbst der Adressat ist. Innocent Much obliged, Gentlemen!

Und trotzdem haben wir noch vieles vor - über die Selbstbeweihräucherung hinaus. Unser ehrgeiziges Ziel: aus dem jetzigen Rohbau ein "repräsentatives Botschaftsgebäude" für den W126 im World Wide Web zu entwickeln, das unbedarften Neugierigen schnell einen (möglichst guten) Eindruck vom vielleicht besten Auto der Welt vermittelt und sie für unser gemeinsames Hobby "Mercedes-Youngtimer" begeistert, dem Fortgeschrittenen noch immer ein hoffentlich großes Angebot an tiefergehender Information bietet und dem Enthusiasten schließlich die Möglichkeit geben soll, sich selbst als Teil einer Gemeinschaft aktiv mit einzubringen - und das ganz ohne "Vereinsmeierei". Wie genau sich letzteres gestalten wird, werden wir in den nächsten Monaten vorstellen.

Das alles kostet Zeit, die wir unserem Hobby natürlich gerne widmen, aber auch Geld für Web-Applikationen, Hosting-Gebühren, Bildrechte u.v.m., das wir gerne investieren. Zu einem Teil helfen uns hierbei ohnehin unsere Werbepartner (um deren freundliche Beachtung wir daher bitten), und sehr zu unserer besonderen Freude gibt es einige über alle Maßen solidarische Leser, die doch tatsächlich den auf dieser Website gut versteckten "Donate"-Button gefunden und sogar leichtfertig benutzt haben. Damit hätten wir – Hand auf's Herz – wirklich nicht gerechnet!

Kurzum: wir sind geplättet vom vielen Lob (aber natürlich auch dankbar für jegliche Kritik!), begeistert vom vergleichsweise großen Besucheransturm, geehrt durch die vielen Erwähnungen und Weiterempfehlungen und – last but not least – mehr als jemals zuvor motiviert durch Eure Großzügigkeit!

Von Herzen DANKE… und nein, wie heben vorerst noch nicht ab. Wir freuen uns nur :-)

 

Veranstaltungen & Termine

Februar
März
  • Retro Classics, Stuttgart
    12. März 2010(09:00) - 14. März 2010 (18:00)
    Pole Position für die Retro Classics – auf 100.000 qm zeigen im März 2010 mehr als 1.000 ambitionierte Aussteller aus 10 Ländern ihre Ideen von automobiler Passion. Der selbst schon legendäre Pflichttermin für echte Enthusiasten.
April
  • Techno Classica, Essen (Fachbesucher- & Pressetag)
    07. April 2010 (14:00 - 20:00)
    Die Techno-Classica Essen ist die Weltleitmesse der Klassik-Branche mit über 1.000 Ausstellern aus 28 Nationen. Mehr als 168.900 Besucher konnten 2009 eine pulsierende Jubiläumsmesse mit extrem hoher Internationalitäts- und Verkaufsquote erleben.
    ...
  • Schrauberkränzchen FFM
    10. April 2010 (10:00 - 22:00)
    Frühjahrs-Schrauberkränzchen bei Jochen Kleiner in Frankfurt am Main. Hinweis des Gastgebers:

    Es läuft wie immer: KEIN KLO!!!
    Ab 10:00 Uhr Frühstück im Garten, dann Dummzeug schwätzen und Autos verschandeln und auf JEDEN FALL den Grill anmachen!!!...
Mai
  • 22. Lufthansa Klassikertage, Hattersheim/Main
    29. Mai 2010 (09:00 - 18:00)
    Mit mehr als 1.650 Teilnehmerfahrzeugen und über 40.000 Besuchern zählen die LUFTHANSA Klassikertage zu einer der größten Oldtimer-Veranstaltungen in Deutschland. Es handelt sich sicherlich um die größte Veranstaltung, die weder Eintritt noch...
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"Pop Art" aus Trotzigkeit: wäre es nach Chefdesigner Bruno Sacco gegangen, hätten einige der allzu typischen Lackfarben der 1970er Jahre (bspw. mimosengelb) für den zukunftsweisenden W126 nicht mehr zur Auswahl gestanden. Der Vorstand setzte sich jedoch trotzig gegen Sacco durch - und unterhielt fortan selbst ein Fahrzeug in grellem mimosengelb.

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